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"Ich wollte doch nur teilen!"

"Ich wollte doch nur teilen!", schrie ich. Kein Antwort. "Lasst mich los!" Das raue Metall der Handschellen schnitt sich in das Fleisch meiner Unterarme. "Was habe ich denn getan? Heißt es nicht schon in der Bibel, man soll teilen?" Sie schleiften mich durch meinen Hausflur. "Verdammte Scheiße! Ich bin unschuldig!" Mein Blick fiel in die Küche, ich sah Siggi dort sitzen - in Handschellen. "Wieso denn Siggi? Mensch, ich wollte doch nur teilen! Man soll doch mit seinen Freunden teilen, oder nicht?"
"Schon, aber nicht seine Schwester." Ich sah den Polizisten ungläubig an.
13.1.08 19:16


Der Taxifahrer


Ein Taxifahrer observiert
aus seinem Taxi, gut platziert,
wie eine Frau, ganz ungeniert,
ihr Schamhaar kunstvoll abrasiert.
26.12.07 00:06


Gedankengang

Ist es beim Schreiben nicht eigentlich so, dass ein Gedanke vom Gehirn, das sich ja bekanntlich im Kopf befindet, durch den Hals über die Schulter den ganzen Arm hinunter läuft? Wenn er die Hand erreicht hat, teilt er sich auf, und gleitet langsam durch den Zeigefinger und den Daumen in den Füllfederhalter. Dort vereinen sich die beiden Teile mithilfe der Tinte wieder und der Gedanke tropft zähflüssig aufs Papier.
Mal schneller, mal langsamer - bei Wärme schneller, weil dann die Gedankengefäße geweitet sind und somit mehr Gedanken hindurchfließen können. Deshalb sollte man auch nie zu lange das Fenster offen stehen lassen, weil es dann zu Gedankenstaus führen kann. Das wäre fatal, denn im Gedankengefäßnetz muss sowieso schon aufgepasst werden, dass auch nur die richtigen Gedanken den Füllfederhalter erreichen, was gar nicht so einfach ist.
Problematisch wird es auch, wenn das Gehirn auf einmal leer von Gedanken ist, wenn alles herausgeflossen ist, was nur irgendwie herausfließen konnte, wenn man ins eine Ohr reinpusten und aus dem anderen Ohr einen Ton hören könnte, den man durch das Schließen der Augen wie bei einer Blockflöte verändern könnte.
In einem solchen Fall muss sich das Gehirn erst wieder auffüllen. Es müssen neue Gedanken aus den Haaren herbeigezogen werden und man darf eine Weile lang nichts schreiben. Und wenn man ganz leise ist, hört man, wie die Gedanken langsam ins Gehirn tropfen. Und irgendwann, kann man auch nicht mehr auf den Ohren Flöte spielen.
8.11.07 15:31


Kannibalin Kunigunde


Kannibalin Kunigunde,
kulinarisch sehr extrem,
war sofort in aller Munde,
denn sie hatte ein Problem.

Kinder wollt’ sie gerne haben,
möglichst viele sollten’s sein.
Doch die Hoffnung zu begraben,
sah sie schließlich doch noch ein.

Kind um Kind der Kunigunde
fand ganz schnell den Weg zurück,
war sofort in ihrem Munde
und verschluckt an einem Stück.
19.10.07 19:52


Punkt

angetrieben
wach geblieben
unbefangen
ausgegangen
vollgestunken
angetrunken
abgetanzt
fortgepflanzt
Schweißgeruch
Ehebruch.
19.10.07 00:59


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